Bodenseeservice

Der Bodensee

Der Bodensee – ein Landschaftselement, das unser Land prägt wie kaum ein anderes. Mit seiner riesigen Fläche von über 500 km2 bestimmt er nicht nur das Klima der ganzen Region und bietet Millionen von Menschen frisches und sauberes Trinkwasser, er vereint auch die Länder um das Seeufer im Bemühen um eine saubere Umwelt.img_6436klein_440-150x150

Drei Länder – ein See

Das Seeufer zieht sich durch Deutschland (173 km), die Schweiz (72 km) und Österreich (28 km). Bei Projekten der regionalen Entwicklung und in Umweltfragen arbeiten die Anliegerstaaten zusammen, denn ganzheitlicher Umweltschutz macht nicht an Verwaltungsgrenzen halt.

Mitte des letzten Jahrhunderts wurde eine bedenklich zunehmende Eutrophierung des Bodensees festgestellt, die durch eine übermäßige Belastung mit ungereinigtem Abwasser und dem damit verbundenen Anstieg des Phosphorgehalts im Seewasser verursacht wurde. Rasch war klar, dass der drohende Kollaps des Bodensees nur mit rigorosen, im gesamten Einzugsgebiet koordinierten Gewässerschutzmaßnahmen abzuwenden war. So gründeten zu diesem Zweck im Jahre 1959 Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und die Schweiz (Kantone St. Gallen und Thurgau) die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB). Das Übereinkommen über den Schutz des Bodensees gegen Verunreinigung vom 27. Oktober 1960 trat am 10. November 1961 in Kraft. Dieses bildet bis heute die völkerrechtlich bindende Rechtsgrundlage für die gemeinsam und paritätisch beschlossenen Maßnahmen zum Schutz des Bodensees und zur stetigen Verbesserung seines Zustandes.

Bodensee in Zahlen

Maximale Länge: 63 km
Maximale Breite: 14 km
Maximale Tiefe: 254 m

Meereshöhe: 395 m
Uferlänge: 273 km
Fläche: 536 km²
Rauminhalt: 48,5 km³ (= 48.500.000.000 m³)

Siedlungsgeschichte

Die klimabegünstigten Umweltverhältnisse im Bodenseebecken haben die Besiedlungsgeschichte des Bodenseeraums bereits früh beeinflusst. Funde zeigen, dass schon in der älteren Steinzeit das Seeufer vom Menschen als Siedlungsraum bevorzugt wurde. Größere Siedlungen wurden jedoch erst erschlossen, als in der Jungsteinzeit die Sesshaftigkeit des Menschen und der damit verbundene Ackerbau einsetzte.kelten-150x150 Deutlich treten nun die geschützten Buchten des Seeufers mit ihren Pfahlbauten sowie der Hegau als Kernräume hervor. Diese Bereiche blieben auch in der nachfolgenden Bronzezeit bevorzugt, da sich der Wasserspiegel des Bodensees fortwährend absenkte und neues Acker- und Weideland freigab.

Im 1. Jh. v. Chr. besetzten die Römer das Bodenseegebiet. Sie legten Straßen an und errichteten Militärlager (z. B. in Konstanz). Die germanische Landnahme beendete im 3. und 4. Jh. die Herrschaft der Römer. Bodenseebecken und Teile des Hegaus wurden von den Alemannen besiedelt und im 6. Jh. auch Teil des Fränkischen Reichs. Zeugen dieser Epoche sind Ortsnamen mit der Endung –ingen (z. B. Bohlingen, Sipplingen, Überlingen), die heute als alemannisch gedeutet werden.

Im 12. Jh. war die Besiedlung um den Bodensee im Wesentlichen abgeschlossen. Epidemien, Kriege und Abwanderung führten teilweise zu einem Rückgang der Bevölkerung und Siedlungen, v. a. im Hegau waren etwa 1/3 der Ortslagen davon betroffen (z. B. militärische Auseinandersetzungen am Hohentwiel bei Singen sowie 1343 an der Meersburg).

Im Bodenseeraum wird die Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert durch die Erweiterung vieler Siedlungen infolge des Bevölkerungswachstums sowie durch den Wandel von der bäuerlichen zur Gewerbe-, Arbeiterwohn- und Berufspendlerfunktion bestimmt. Am See selbst hat sich der Fremdenverkehr zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt.

Quelle:
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg